Mit dem Campervan durch die Todra- und Dades-Schlucht im Hohen-Atlas in Marokko

Unsere Reise durch Marokkos Inland begeistert uns. Waren wir noch vor ein paar Tagen mit unserem Campervan in der Sahara unter Dattelpalmen gestanden, geht es bei uns weiter mit abenteuerlichen Fahrten. Wer eine Reise durch Marokko plant, kommt bei der Recherche nicht an den bedeutenden Schluchten der beiden Flüsse Todra und Dades vorbei. Uns geben die beiden Flüsse die Richtung der nächsten Tage vor, stehen aber dennoch vor der Entscheidungen, welche Routen wir nehmen. Die Gegend ist bekannt für wagemutige Serpentinen und Passstraßen.

Unsere detaillierte Reiseroute haben wir auf Polarsteps aufgezeichnet.

Fahrt durch das Tal der Todra Schlucht

Die Todra Schlucht (Gorges du Todgha) liegt auf 1.400 m Höhe zwischen dem Hohen-Atlas und dem Gebirgszug Jbel Sarhro. Die Oasenstadt Tinghir liegt am Anfang der Gorges du Todgha bevor es tief in die Schlucht hineingeht.

Oasenstadt Tinghir

Südlich des hohen Atlas liegt die Oasenstadt Tinghir und ist der Beginn unserer Fahrt durch die Todra Schlucht. Der Fluss Todra (Oued Todgha) ist bei unserem Besuch im Oktober mit Wasser gefüllt, in den kühleren Monaten fließt aber mehr Wasser und bewässert die fruchtbare Oase. Wie ein grüner Teppich bündeln sich die Palmen vor den ockerfarbenen Bergen. Verschiedene Berberstämme siedelten sich in der fruchtbaren Gegend an, ihre Lehm-Behausungen sind um die grüne Oase drapiert.

Oasenstadt Tinghir, im Vordergrund Palmenhaine, im Hintergrund die lehmfarbene Stadt
Oasenstadt Tinghir

Hunderte Meter hohe Felswände

Der wohl bekannteste Part der Todra-Schlucht liegt am Ende. Dort gehen die Felswände bis zu 300 m senkrecht nach oben, die Fahrt durch die gerade mal 10 m breite Felsspalte ist beeindruckend. Doch dieses Stück ist auch der Touristenmagnet: Die Reisebusse stehen am Ende der Schlucht, viele Touristen gehen zu Fuß durch den schmalen Abschnitt, Händler und kleine Tee-Cafés finden auch noch Platz. Die Gegend ist auch sehr beliebt zum Klettern.

Todra-
Schlucht
Todra-Schlucht

Übernachten bei Berbern

Wir übernachten am Ende der Schlucht im nächsten Ort Tamtattouchte. Ein kleines Hostel einer Berber-Familie bietet auch Campern ein paar wenige Stellplätze an. 

Die familiäre Unterkunft bietet uns einen günstigen Schlafplatz. Für uns gehört es sich, dafür das Angebot an Speisen und Getränke wahrzunehmen. Am Abend essen wir in einem traditionellen Berber-Zelt auf der Terrasse: Ein übliches Menü, das aus dem Salat oder Soup Maroccain, Tajine de Viande und einem kleinen Obst-Nachtisch besteht. Für das Menü zahlen wir meist 80-100 Dirham pro Person. Besonders freue ich mich über den Kontakt zu den Kindern und der Frau des Betreibers, was keine Selbstverständlichkeit in Marokko ist. Für uns ein einmaliges Erlebnis, die 2- und 5-Jährigen in unserem Auto spielen zu lassen.

Über Pisten oder Straßen und Empfehlungen

Ausgehend von Tamatouchte überlegen wir die Dades Schlucht über Agoudal von Norden kommend anzufahren. In unserer Unterkunft meint man, das ist kein Problem für PKWs – im Internet lesen wir, das ist eine der gefährlichsten Straßen der Welt! Es ist manchmal schwer zu entscheiden, welcher Empfehlung man vertraut und wie man seine Informationen einholt.
Liest man im Internet 3 Jahre alte Artikel zu einer Strecke, kann in der Zeit schon längst eine bessere oder neue Straße gebaut worden sein. Worauf wir jedenfalls keine Lust haben, ist, uns in verzwickte Situationen zu bringen. Marek nutzt als Navigationsmittel die bei uns unbekannte OsmAnd-App. Details über Straßenqualität, sowie Steigungen und Neigungen können abgerufen werden.

Aufregende Serpentinen in der Dades Schlucht

Wir schlafen eine Nacht darüber und entscheiden uns für den einfachen Weg zur Dades Schlucht (Gorges du Dadès). So fahren wir ein zweites Mal früh morgens durch die Todra Schlucht – ohne Händler und Touristen noch viel schöner! Wir nehmen die Fahrt zurück nach Tinghir und fahren von Süden in die Dades Schlucht.

Natürlich spielt auch hier der Fluss die bedeutende Rolle. Der Oued Dadès entspringt im hohen Atlas, durchbricht die letzten Bergketten und verengt sich zu einer Schlucht. Geografisch zieht sich die Dades Schlucht 60 km zwischen dem Oasendorf Boulmane und dem Bergdorf M’Semrir. Der spektakulärste Part sind die Serpentinen weit in der Schlucht auf der R704.

In schwindeleregender Höhe der Dades Schlucht

Die Dadesschlucht beeindruckt uns, im Vergleich zur Todra Schlucht ist die Fahrt noch abwechslungsreicher. Beginnen wir am Talesgrund sagen wir noch „da hat uns aber die Todra Schlucht mehr beeindruckt“, schlängelt sich der Weg über enge Haarnadelkurven nach oben. Eine atemberaubende Sicht auf die Schlucht erwartet uns am Aussichtspunkt. Der Anblick eines Hirten, der seine Ziegenherde auf der anderen Seite der Schlucht in schwindelerregender Höhe führt, ist unglaublich.

Unser Franzek Campervan auf Serpentinen in der Dades Schlucht
Serpentinen in der Dades-Schlucht

Vorsicht bei der Fahrzeuglänge

Auch wenn für die Dades-Schlucht ein Geländewagen keine Voraussetzung ist, Vorsicht ist geboten! Die Haarnadel-Kurven sind ab einer bestimmten Stelle so eng, dass lange Wohnmobile nicht mehr um die Kurven kommen und ein Umdrehen ausgeschlossen ist!

Unser Fazit zur Todra- und Dadesschlucht

Welche der beiden Schluchten uns besser gefallen hat, können wir nicht beantworten. Am besten man nimmt auf seiner Marokko Tour beide mit. Wir können aber verraten, dass und die aufregenden Serpentinenstraßen gefallen haben und wir neben den Schluchten auch einige der beeindruckenden Passstraßen fahren werden.

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Martina

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