Eine eigene Toilette im Campervan erspart die nächtliche Suche nach einem WC, braucht aber Platz und muss regelmäßig geleert werden. Welche Lösung passt in einen kleinen Van oder VW-Bus? Wir stellen die Toilettenarten vor und ordnen sie anhand von Platzbedarf, Nutzung und Entsorgung ein. Unsere eigenen Erfahrungen reichen vom einfachen Eimer im T5 bis zur modularen Trenntoilette im Jumper.
Auf einen Blick
- Bei wenig Platz: Urinflasche oder Eimer als Nottoilette – günstig, aber mit wenig Komfort.
- Bester Kompromiss für Vans: die Trenntoilette (DIY, Boxio oder TROBOLO WandaGO) – ohne Spülwasser und chemische Sanitärzusätze.
- Klassiker: die Chemietoilette (Porta Potti) – günstig und kompakt, braucht Spülwasser und eine passende Entsorgungsstelle.
- Aufwendiger Einbau: die Verbrennungstoilette – übrig bleibt Asche, dafür sind Anschaffung und Energieversorgung aufwendig.
Unterwegs ohne eigene Toilette
Viele kleine Campervans und VW-Busse haben keine Bordtoilette. Dann braucht man erreichbare öffentliche WCs oder eine Notlösung für unterwegs. In den ersten Monaten hatten wir in unserem günstigen VW T5 auch keine Toilette.
Wie man den knappen Platz im Bus clever aufteilt, zeigt der Artikel zum Stauraum im kleinen Campervan – bleibt genug übrig, findet auch eine Toilette ihren Platz.
Öffentliche Toiletten
Viele Stellplätze haben öffentliche Klos. Auf deren Sauberkeit ist allerdings nicht immer Verlass – etwa am Nachtparkplatz Fall am Sylvensteinsee. Der ist berüchtigt für seine unsauberen Toiletten – trotzdem wurden die Preise dort verdreifacht.

Öffentliche WCs findet man beispielsweise an Tankstellen, auf Stell- und Campingplätzen, in Einkaufszentren oder an Stränden. Ohne eigene Toilette lohnt es sich, schon bei der Wahl des Übernachtungsplatzes auf ein erreichbares WC und dessen Öffnungszeiten zu achten.
Warum ein Spaten keine gute Lösung ist
Wenn unterwegs keine Toilette erreichbar ist, wird es schnell unpraktisch. Ein Spaten allein löst das Problem nicht: Auch vergrabene Hinterlassenschaften können Böden und Gewässer belasten. Besonders an häufig besuchten Stellplätzen sammeln sich die Spuren vieler Camper.
Nutze öffentliche Toiletten, wo sie verfügbar sind, und plane für abgelegene Plätze eine mitnehmbare Nottoilette ein. Hinterlassenschaften, Toilettenpapier und benutzte Beutel gehören nicht in die Landschaft.
Notfall-Klo im Bus: Urinflasche und Eimer
Urinflasche
Eine Urinflasche ist eine platzsparende Lösung fürs kleine Geschäft, vor allem nachts. Wichtig sind eine zur Anatomie passende Öffnung und ein dicht schließender Deckel. Nach dem Entleeren wird sie ausgespült und kann wiederverwendet werden.
Eimertoilette (Eimerklo)
Ein Eimer mit Deckel ist eine günstige Nottoilette. Ein einfacher Eimer kostet nur wenige Euro, lässt sich leicht reinigen und braucht wenig Platz im Van.
Ein Eimer war unsere erste „Toilette“ im Franzek. Wir haben ihn nur für das kleine Geschäft verwendet. Den gesammelten Urin leerst du in ein WC mit Abwasseranschluss oder an einer Entsorgungsstation. Die Hinweise zur Entsorgung stehen am Ende des Artikels.

Bequemer wird die Eimertoilette mit einem Toilettensitz*: Damit sitzt man nicht auf dem schmalen Eimerrand. Unsere einfache Nottoilette hatten wir zwei Jahre lang im VW-Bus.
Vorteile
- günstig
- kompakt und platzsparend
- einfach zu ersetzen
- keine Chemie im WC
Nachteile
- Unbequem
- Kippt einfach, muss gut gesichert werden
- Geruchsentwicklung, wenn nicht zeitnah geleert
Fazit
Für uns war der Eimer eine brauchbare, günstige Lösung fürs kleine Geschäft. Für das große Geschäft ist er eher eine Notlösung.
Chemietoilette / Kassettentoilette
Bei einer tragbaren Chemietoilette landen Urin, Kot und Spülwasser gemeinsam im Fäkalientank. Zum Entleeren wird der Tank abgenommen. Bei fest eingebauten Kassettentoiletten lässt sich die Kassette meist von außen aus dem Fahrzeug ziehen.
Die Porta Potti von Thetford ist eine verbreitete tragbare Chemietoilette. Je nach Modell unterscheiden sich Maße und Tankvolumen. Für einen kleinen Van sollte man deshalb das verfügbare Staufach vor dem Kauf ausmessen.
Bei Chemie- und Kassettentoiletten werden meist Sanitärzusätze verwendet, um Gerüche zu mindern und die Entleerung zu erleichtern. Der Fäkalientank wird an einer dafür vorgesehenen Entsorgungsstelle geleert. Welche Zusätze dort zulässig sind, richtet sich nach den Vorgaben des Betreibers.
Sanitärzusätze unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Umweltverträglichkeit. Manche sind laut Hersteller bei korrekter Dosierung auch für Klärgruben geeignet. Die Angaben auf dem Produkt und die örtlichen Entsorgungsregeln bleiben entscheidend. Für uns sprechen vor allem das Nachkaufen und Dosieren der Zusätze sowie die nötige Suche nach Entsorgungsstellen gegen diese Lösung.
Vorteile
- Weitgehend geruchsfrei
- kompakt
- einfaches Handling
- günstig (Porta Potti)
- leicht (Porta Potti)
Nachteile
- verbraucht Frischwasser
- meist laufende Kosten für Sanitärzusätze
- Darf nur an Entsorgungsstellen geleert werden
- fest verbaute Modelle sind teuer
Fazit
Für uns ist die Trenntoilette im Alltag praktischer: Wir sparen uns die Sanitärzusätze und können Urin und Feststoffe getrennt entsorgen. Wer regelmäßig Campingplätze mit passender Entsorgungsstation nutzt, kann mit einer Chemietoilette gut zurechtkommen.
Trenntoiletten (Trockentoiletten): kaufen oder selbst bauen
Eine Trenntoilette trennt durch den Trenneinsatz Urin und Kot. Der Urin landet in einem Kanister, die Feststoffe in einem separaten Behälter. Beide werden getrennt geleert. Der Urinkanister fasst je nach Modell meist 3 bis 10 Liter.
Die Trockentrenntoilette funktioniert ohne Spülwasser und chemische Sanitärzusätze. Die Trennung kann Gerüche reduzieren. Wie geruchsarm die Toilette im Alltag bleibt, hängt auch von Geruchsverschluss, Einstreu, Lüftung und regelmäßiger Entleerung ab. Wer gern baut, kann sich eine Trenntoilette selbst zusammenstellen. Mittlerweile gibt es auch günstige fertige Modelle.
Vorteile
- Urin und Feststoffe lassen sich getrennt entsorgen
- auch als Eigenbau möglich
- keine chemischen Sanitärzusätze nötig
- funktioniert ohne Wasser
Nachteile
- Beim Sammeln von Feststoffen wird meist Einstreu benötigt
- Kanister muss bei kleinen Modellen häufig geleert werden
Trenntoiletten im Vergleich
| Toilette | Preis ca. | Gewicht | Urin / Feststoff | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Unsere DIY-Eurobox (Video) | ca. 150–200 € | 5,6 kg (mit Sockel) | 5 l / Komposteimer | modular aus Euroboxen, integrierter Stauraum |
| Boxio Toilet* | ca. 160 € | 2,8 kg | 5 l / 5,7 l | Eurobox-Maß 40 × 30 cm |
| TROBOLO WandaGO | ca. 180 € | 4,6 kg mit Sockel (selbst gewogen) | 4,6 l / 6,5 l | Sockel: Sitzhöhe ca. 31 oder 44 cm |
| Trelino Evo S* | ab ca. 300 € | 3,9 kg | 4,5 l / 6,5 l | Füllstandsanzeige bei teurerer Plus-Variante |
| Nature’s Head | ca. 1.300 € | ca. 10 kg | ca. 8 l / 60–80 große Geschäfte | Lüfter (12 V), eher für festen Einbau |
Unsere DIY-Trenntoilette

Unsere erste selbst gebaute Trenntoilette haben wir im VW T5 genutzt. Im Jumper steht inzwischen unsere modulare Weiterentwicklung aus Euroboxen (Video). Ihre Grundfläche von 40 × 30 cm passt ins Eurobox-Raster unseres Ausbaus. Die Sitzhöhe lässt sich bei der Planung über die Boxenhöhen anpassen, und in der unteren Box ist Platz für Toilettenpapier und Ersatzbeutel. Zur Reinigung lassen sich die Teile auseinandernehmen. Unsere DIY-Toilette hat einen Geruchsverschluss, aber keinen Lüfter. Fertige Eurobox-Toiletten können günstiger sein. Der Selbstbau lohnt sich für uns wegen der Anpassbarkeit und des integrierten Stauraums.
Für den Eigenbau braucht man einen passenden Trenneinsatz. Unseren ersten Trenneinsatz haben wir selbst geformt. Einen Trenneinsatz kann man natürlich auch kaufen* und die Box darum aufbauen.
BOXIO Toilet
Die BOXIO Toilet ist eine fertige Trenntoilette im Eurobox-Format von 40 × 30 cm. Sie ist interessant, wenn die Toilette ins vorhandene Boxenraster passen soll und man keinen Eigenbau plant.
TROBOLO WandaGO: unsere ersten Erfahrungen
Werbung | Bezahlte Kooperation mit TROBOLO. Das WandaGO wurde uns kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt.
Das TROBOLO WandaGO lässt sich niedrig verstauen und mit dem abnehmbaren Sockel auf rund 44 cm Sitzhöhe bringen. Darauf saßen wir deutlich bequemer als ohne Sockel. Die fertige Trenntoilette kostet aktuell rund 180 €. Mit rund 38 × 34 cm Grundfläche ist sie etwa vier Zentimeter breiter als eine 40 × 30-cm-Eurobox. Für ein passgenaues Staufach sollte man deshalb nachmessen.

Bei unseren ersten Nutzungen im Jumper hat sich der erhöhte Rand im Trenneinsatz als hilfreich erwiesen: Er hält Urin besser davon ab, in den Feststoffbehälter zu fließen. Der Kanister hat einen Geruchsverschluss; Uringeruch hatten wir bisher keinen. Feststoffe entsorgen wir nach jedem Geschäft. Zur Geruchsentwicklung bei mehrtägigem Sammeln können wir deshalb nichts sagen.
Die 4,6 Liter im Urinkanister reichen bei unserer Nutzung zu zweit für etwas mehr als 24 Stunden. Ein zweiter Kanister gehört für uns deshalb dazu – nachts bei Schneeregen möchte schließlich niemand zum Entleeren raus. Den Füllstand erkennt man durch einen Schlitz an der Vorderseite. Einen passenden Ersatzkanister gibt es bei TROBOLO für rund 20 €.


Für Männer kann es am Trenneinsatz je nach Anatomie und Sitzposition eng werden. Als Trittstufe ist der Deckel nicht geeignet – anders als der massive Holzdeckel unserer DIY-Box, den wir als Stufe ins Bett nutzen. Nach unseren ersten Erfahrungen ist das WandaGO eine sinnvolle fertige Lösung für kleine Vans, in denen eine Toilette wenig Stauraum beanspruchen und beim Benutzen eine angenehme Sitzhöhe bieten soll.
Trelino
Trelino bietet mobile Trenntoiletten in mehreren Größen an. Die Evo S aus unserer Tabelle hat einen 4,5-Liter-Urinkanister und einen 6,5-Liter-Feststoffbehälter. Füllstandsanzeige und Sichtschutzklappe gehören zur teureren Plus-Variante.
Nature’s Head


Die Nature’s Head kostet rund 1.300 € und eignet sich eher für einen festen Einbau. Eine Kurbel vermischt den Inhalt des Feststoffbehälters; ein 12-V-Lüfter führt Luft nach außen ab. Der Hersteller nennt eine Kapazität von etwa 60 bis 80 großen Geschäften. Mit rund 10 kg ist sie deutlich schwerer als die anderen Modelle in unserer Tabelle.
Verbrennungstoiletten
Eine Verbrennungstoilette verbrennt Urin und Kot; zurück bleibt Asche, die regelmäßig entfernt wird. Sie braucht kein Spülwasser, dafür Energie und eine passende Zu- und Abluftführung. Bei einem Camper-Modell wie der Cinderella Travel Gas sind ein Gasanschluss und eine 12-V-Stromversorgung nötig.
Fazit
Die Anschaffung für mehrere Tausend Euro ist uns zu teuer. Unser kleiner Campervan hätte auch nicht den Platz für einen festen Einbau und die Infrastruktur für den Betrieb dieser Toilette.
Unser Fazit: eine Trenntoilette für Campervan und VW-Bus
Für uns ist die Trenntoilette die beste Campingtoilette für Bus und Campervan. Sie braucht weder Spülwasser noch Sanitärzusätze, und unsere modulare Box passt in den Ausbau. Eine kleine Porta Potti käme für uns als günstige Alternative infrage, wenn passende Entsorgungsstellen auf der Route liegen.
Wir verwenden unsere Trenntoilette überwiegend zum Pinkeln. Für das große Geschäft nutzen wir nach Möglichkeit öffentliche Toiletten, haben für den Notfall aber Beutel und Einstreu dabei. So müssen wir im Alltag meist nur den Urinkanister leeren und reinigen.
Eine eigene Toilette macht unabhängiger von öffentlichen WCs. Wer abseits von Campingplätzen übernachten möchte, findet die örtlichen Unterschiede und Regeln im Artikel zum Freistehen mit dem Wohnmobil in Europa.
Häufige Fragen zur Toilette im Campervan
Welche Toilette ist die beste für einen kleinen Campervan?
Für kleine Vans und VW-Busse ist die Trenntoilette aus unserer Sicht meist die beste Wahl: kompakt, ohne Spülwasser und ohne chemische Sanitärzusätze. Wer wenig ausgeben möchte, startet mit einem Eimer als Nottoilette.
Was kostet eine Campingtoilette?
Ein Eimer als Nottoilette kostet nur wenige Euro. Unsere modulare DIY-Trenntoilette liegt bei etwa 150–200 € Materialkosten, fertige Trenntoiletten gibt es ab ca. 160 €. Premium-Trenntoiletten wie die Nature’s Head liegen bei rund 1.300 €, Verbrennungstoiletten bei mehreren Tausend Euro. Konkrete Modellpreise stehen in der Tabelle.
Trenntoilette oder Chemietoilette – was ist besser?
Die Trenntoilette trennt Urin und Feststoffe und kommt ohne Spülwasser und Sanitärzusätze aus. Die Chemietoilette ist kompakt und günstig, braucht aber meist Sanitärzusätze, und ihr Fäkalientank muss an einer Entsorgungsstelle geleert werden. Für autarke Reisen ist die Trenntoilette deshalb meist praktischer.
Wie entsorgt man eine Trenntoilette unterwegs?
Urin kommt in ein WC mit Abwasseranschluss oder an eine Entsorgungsstation. Feststoffe und Einstreu entsorgst du in einem dicht verschlossenen Beutel im Restmüll, soweit die örtlichen Regeln das zulassen. Beachte die Hinweise vor Ort. Gullys und Straßenabläufe können direkt in Gewässer führen und sind keine Entsorgungsstellen.
Wie oft muss man eine Trenntoilette leeren?
Das hängt von Behältergröße und Nutzung ab. Zu zweit leeren wir unseren 5-Liter-Urinkanister meist täglich, spätestens nach zwei Tagen. Feststoffe entsorgen wir nach jedem Geschäft. Wer sie über mehrere Tage sammelt, sollte die Hinweise des jeweiligen Toilettenherstellers beachten.
Kann man die Campingtoilette auch fürs große Geschäft nutzen?
Ja: Trenn- und Chemietoiletten sind dafür ausgelegt, ein einfacher Eimer ist eher eine Notlösung. Bei der Trenntoilette landen die Feststoffe in einem eigenen Behälter und werden mit Einstreu bedeckt, bei der Chemietoilette kommt alles in den Fäkalientank. Im kleinen Van spielen dabei Geruch und Privatsphäre eine größere Rolle. Wir selbst gehen fürs große Geschäft nach Möglichkeit auf öffentliche Toiletten.
Wie klappt es mit der Privatsphäre im kleinen Camper?
Ohne abgetrennten Toilettenraum ist die Privatsphäre begrenzt. Ein Vorhang schützt vor Blicken, Geräusche bleiben hörbar. Wie ihr damit umgeht, solltet ihr vor der Reise besprechen.
Braucht man im Campervan überhaupt eine Toilette?
Nötig ist sie nicht – viele kleine Campervans und VW-Busse fahren ohne. Eine eigene Toilette bringt aber Komfort bei Nacht, schlechtem Wetter oder wenn kein öffentliches WC erreichbar ist. Wer den Platz dafür opfern möchte, fährt mit einer kompakten Trenntoilette am besten.







Zu Deinem Tipp mit der Eimertoilette. Die ist in Kombi mit Müllbeutel eine einfache und vergleichsweise geruchsarme Toilette für unterwegs. Ein Freund gab mir dann noch den Tipp mit Katzenstreu. Das soll die Gerüche sehr gut binden. Letzteres habe ich noch nicht ausprobiert, ist auf meiner Agenda. Einen Versuch ist es sicher wert, zumal es nicht viel kostet. Bis dato habe ich gegen die Gerüche eine Spezialduftlösung von Reimo. Das Zeug ist allerdings schlecht zu dosieren und das Fläschchen neigt dazu, undicht zu werden. Gesund ist das Zeug bestimmt auch nicht.